Vaterschaft. Vater werden und Vater sein!
Mit der Ankündigung, dass aus einem Paar eine Familie wird, ändert sich auch im Leben des zukünftigen Vaters sehr viel. Die meisten werdenden Väter sind zuerst einmal verunsichert.
Die Gefühle über die Schwangerschaft sind oft zweigeteilt: Freude und Stolz, Vater zu werden – das ist die eine Seite! Andererseits macht den werdenden Papas die neue Rolle auch Angst. An dem körperlichen Geschehen, das ihre Partnerin mit großer Freude wahrnimmt, können sie nicht direkt teilnehmen. Aber es werden große Erwartungen an sie gestellt: Wenn das Kind da ist, verantwortlich zu sein für die Familie, Zeit zu haben für das Kind, ein sorgender Papa zu sein.
Fehlende Vorbilder
Leider gibt es für die Männer, die gerade Väter werden, noch wenige Vorbilder, die sie selber erleben konnten. Ihre Väter hatten wahrscheinlich nur wenig Zeit, nahmen nicht an Geburtsvorbereitungskursen teil und waren in vielen Fällen auch nicht bei der Geburt anwesend. Ihre Hauptaufgabe, die Ihnen die Gesellschaft früher zugedacht hatte, bestand darin, den Unterhalt ihrer Familie zu sichern. Ein Vater, der während der Geburt mit im Kreißsaal ist, war beinahe unvorstellbar. Da hat sich zum Glück vieles verändert. Das Verständnis in unserer Gesellschaft darüber, was ein guter Vater ist, hat sich in den vergangenen 20 bis 30 Jahren sehr gewandelt. In den meisten Fällen gibt es Orientierungsmöglichkeiten im Freundes- oder Bekanntenkreis. Hier finden sich sicher Beispiele dafür, wie der zukünftige Vater sein will oder welche Fehler er vermeiden will. Sie können auch mit Ihren Freunden, die schon Kinder haben, über ihr neues Familienleben sprechen.
Der Blick in den Bauch
Die werdende Mutter bemerkt schon zu einem frühen Zeitpunkt ihrer Schwangerschaft die körperlichen Veränderungen. Ihr ist möglicherweise oft übel oder sie fühlt sich häufiger müde. Heute gibt es schon bald erste Ultraschall-Bilder vom Baby. Moderne gynäkologische Praxen verfügen über 3D-Ultraschallgeräte, mit deren Hilfe die zukünftigen Eltern ihr Baby von allen Seiten betrachten können. Das ist für den entstehenden Kontakt zum Kind ein wichtiger Schritt. Hier kann der werdende Papa auch sehen, wie sich das kleine Familienmitglied entwickelt. Er kann so zu einem frühen Zeitpunkt an der Schwangerschaft teilnehmen. Und er kann staunen über das Wunder des Lebens! Am besten ist es, wenn die zukünftigen Eltern zusammen die Ultraschall-Termine beim Frauenarzt wahrnehmen. Dann kommt zur „Bild-Aufnahme“ auch noch der Ton: Das ist der Herzschlag ihres Babys.
Die Geburt rückt näher!
Richtig begreifbar wird die Schwangerschaft, wenn das Baby durch die Bauchdecke auf sich aufmerksam macht. Da erkennt man dann die kleinen Fäustchen und Füßchen. Und wenn der stolze Papa seine Hand auf den Bauch seiner Frau legt, dann wird das Baby ganz still! Eine spannende Zeit. Viele Väter nehmen auch dann schon das Gespräch mit dem Kind auf und reden mit ihm! So ist auch die Stimme des Papas für den kleinen Erdenbürger nach der Geburt vertraut und wirkt beruhigend.
Geburtsvorbereitung – auch für Papas wichtig!
Je näher der Geburtstermin rückt, desto häufiger machen sich die Papas Sorgen! Wie werde ich auf die Geburtssituation in Kreißsaal reagieren? Wie werde ich mit dem Baby zurechtkommen? Wie werden wir zusammen als Eltern die täglichen Aufgaben meistern? Das Beste ist der gemeinsame Besuch des Geburtsvorbereitungskurses. Hier können auch die meisten „Väter-Fragen“ beantwortet werden. Jeden Mann, der daran teilnimmt, kann man nur ermuntern, Fragen zu stellen. Und der zukünftige Vater erfährt mehr über die bevorstehende Geburt und wie er, wenn es in die Endphase geht, am besten seiner Frau helfen und unterstützen kann.
Gehe ich mit in den Kreißsaal?
Das ist eine sehr individuelle Entscheidung, ob Sie als der Vater des Kindes zur Geburt mit in den Kreißsaal gehen sollen. Es ist sicher für Sie eine sehr wichtige Erfahrung, die Geburt Ihres Kindes zusammen mit Ihrer Partnerin zu erleben. Aber wenn Sie davor zurückschrecken, dann ist es keine Schande. Besprechen Sie sich mit Ihrer Partnerin. In vielen Fällen nehmen werdende Mütter auch eine Freundin mit in den Kreißsaal, die selber schon eine Geburt erlebt hat.
Partnerschaft zu dritt!
Vor der Geburt war die zukünftige Aufgabenverteilung innerhalb der neuen kleinen Familie sicher auch schon Thema. Es wurde sicherlich besprochen, dass sich „Mann“ an vielen Aufgaben im Haushalt beteiligt und auch seiner Partnerin einiges an Arbeiten abnimmt. Aber häufig sieht dann die Realität nach der Geburt anders aus als das geplante Ideal. Der bekannte Familienforscher Dr. Wassilios Fthenakis sagt: „ Beim Übergang in die Elternschaft tritt in der Aufgabenverteilung eine Traditionalisierung ein.“ Das heißt, auch wenn vor der Geburt Aufgaben im Haushalt partnerschaftlich verteilt waren, erledigt diese Aufgaben in den meisten Fällen dann die Frau alleine. Bitte geben Sie als frischgebackener Vater Ihre guten Vorsätze nicht auf.
Unterstützung ist wichtig!
Für Ihre Partnerin ist das neue Leben mit Kind eine spannende und großartige Veränderung, die neue Lebensphase ist aber auch mit vielen Aufgaben und Verpflichtungen verbunden. Unterstützen Sie Ihre Partnerin mit Hilfestellungen, wie beispielsweise des Einkaufs für die Familie, die Müllentsorgung zu oder die regelmäßige Übernahme von bestimmten Hausarbeiten. Und engagieren Sie sich in der Betreuung und Versorgung Ihres Kindes. Davon profitiert auch Ihre Partnerschaft!
Oft dauert es einige Zeit, bis nach der Geburt alle wieder ihre Position innerhalb der neuen Familie gefunden haben. Das ist ein Prozess, von dem fast alle Paare mit Kind berichten. Genießen Sie die Zeit mit einem Baby im Haus: Für Ihren kleinen Liebling ist es nur von Vorteil, wenn es seinem Vater häufig in der betreuenden und versorgenden Rolle erlebt und wenn seine Mama zufrieden und entspannt ist! Und von jedem Erlebnis mit Ihrem Kind profitieren auch Sie, der Papa!
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