EU-Minister rufen Männer zur Hausarbeit auf
Der Kommissar für Soziales, Vladimir Spidla, hat Europas Unternehmen und Männer zum Umdenken aufgefordert. "Man muss ganz klar sagen: Die Männer müssen mehr Aufgaben in der Familie übernehmen. " Doch er und seine Kollegen stellen auch fest, wer Babypause macht, riskiert seine Karriere.
Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen (CDU) und ihre EU-Kollegen wollen Männer für eine aktivere Rolle in der Familie gewinnen. Bei einer Konferenz in Bad Pyrmont diskutieren die europäischen Familienminister unter anderem über die Rolle der Väter bei der Kinderbetreuung und die daraus resultierenden Herausforderungen für die Wirtschaft.
"Junge Männer, die sich für eine aktive Vaterrolle entscheiden, befürchten oft als Weicheier verspottet zu werden", sagte von der Leyen vor dem informellen Ministertreffen. Sie forderte die Wirtschaft auf, Männer bei einer "aktiven Vaterschaft" zu unterstützen. EU-Sozialkommissar Vladimir Spidla rief Europas Männer zum Umdenken auf. "Man muss ganz klar sagen: Die Männer müssen mehr Aufgaben in der Familie übernehmen", sagte er. Als "besonders fortschrittlich" lobte der Sozialkommissar die Familienpolitik der skandinavischen Länder.
In Deutschland hat die Einführung des Elterngeldes und der Partnermonate nach Einschätzung von Familienministerin von der Leyen in den Köpfen von Männern und Unternehmen viel bewegt. Mütter und Väter können seit dem 1. Januar 2007 bei der Geburt eines Kindes Elterngeld beantragen. Es löst als Lohnersatzleistung das bisherige Erziehungsgeld ab. Der Elternteil, der nach der Geburt eine Zeit lang seine Berufstätigkeit für die Kinderbetreuung unterbricht, kann Elterngeld beantragen. Zunächst wird es für zwölf Monate gezahlt. Zwei weitere Monate wird das Elterngeld gezahlt, wenn der andere berufstätige Elternteil – meist der Vater – die Betreuung übernimmt.
EU-Sozialkommissar Spidla forderte einen stärkeren Einsatz für Familien auch von der Wirtschaft. Unternehmen sollten sich mehr um Fragen der Kinderbetreuung kümmern, sagte er.
Bisher keine Kommentare vorhanden.